Die Gilde stellte in ihrer Vereinsgeschichte folgende Festkettenträger:
1914 Jean Wallendorf
1932 Peter van de Kamp
1957 Matthias Simmes
1974 Hans Wehren
1982 Heinrich Simmes
1996 Hubert Simmes
2007 Karl Delbeck
Das Gründungsjahr des Vereins ist 1907
Die
Wiederaufnahme des Vereinslebens nach dem 1.Weltkrieg war im Januar 1920 und
nach dem 2.Weltkrieg im Oktober 1946.
Der Zweck der Gilde ist lt. Satzung kameradschaftlichen sowie religiösen und heimatlichen Sinn zu pflegen und zu fördern.
Dieser Zweck soll erreicht werden durch die Feier des Stiftungsfestes verbunden mit Preis-u. Königsschießen, durch geselliges
Vergnügen und durch die Beteiligung an kirchlichen sowie heimatlichen Festen und Veranstaltungen. Politische Bestrebungen
sind ausgeschlossen.
Die Gilde zählt zur Zeit 43 aktive und 13 passive Mitglieder.
Geschichte der Gilde:
Am 26. Mai 1907 hatten sich die Anwohner der Gelderner Straße im Gasthaus Anton Hermanns zwecks Gründung einer
St.Petrus Schützengilde eingefunden. Sie wurde dann auch am Feste Peter und Paul im Jahre 1907 gegründet und bestand
aus
47 Mitgliedern.
In der damaligen Satzung, die noch im Original erhalten ist, war neben den üblichen Paragraphen ausdrücklich vermerkt,
daß sich der Vorstand vorzugsweise von Bewohnern der Gelderner Straße rekrutieren müsse.
Die Bildung des Vorstandes sowie die Satzung wurden vom damaligen Bürgermeister Marx genehmigt und unterzeichnet.
Es ist also ersichtlich, daß die Peterei auf der Gelderner Straße gegründet wurde und die ersten Mitglieder ausschließlich
Anwohner dieser Straße waren.
Bei der Namengebung war sicherlich das Petrushäuschen am Anfang der Gelderner Straße ausschlaggebend. Es steht zwar
auf Wettener Gebiet, aber seit vielen Jahren läßt es sich unsere Gilde nicht nehmen, dieses Kleinod zu betreuen und zu pflegen.
Schon in der zweiten Versammlung wurde die Anschaffung einer Fahne beschlossen, die dann nach Vorlage eines Musters
beim Künstler Peters zum Preis von 370,-DM bestellt wurde. Am 19.02.08 fand die Fahnenweihe statt.
Im Jahre 1908 wurde eine Theatergruppe ins Leben gerufen und zwar unter der Leitung von Wilhelm Rommen und Jean
Wallendorf. Man spielte jedes Jahr ein Theaterstück, welche im späteren Vereinslokal „Drei Könige“ aufgeführt wurden. Nur
unterbrochen durch die beiden Weltkriege wurden diese Theaterabende bis Ende der fünfziger Jahre unter der Leitung von
Josef Swenne durchgeführt.
Dass man sich auch in sozialer Hinsicht gegenseitig half, beweist die Tatsache, dass schon Anfang 1908 eine Kranken-
unterstützungskasse innerhalb der Gilde gegründet wurde. Die Mitglieder verpflichteten sich dabei, jedem erkranktem
Mitglied vom dritten Tag der Erkrankung an, mit täglich zwei Pfennig zu unterstützen. Außerdem hatte jedes Mitglied beim
Tod eines Schützenbruders zwei Mark an die Hinterbliebenen zu zahlen.
September 1910 übernimmt Wilhelm Rommen als Präsident die Führung der Gilde.
Am 19.Februar wurde die erste Schützenkette in Auftrag gegeben. Sie wurde am 07.Mai 1911 in feierlicher Form dem
amtierenden König überreicht.
1913 stellte die Petrusgilde den Antrag, im Jahr 1914 die Festkette tragen zu dürfen. Dies wurde zunächst vom Bürgermeister
abgelehnt, da die Peterei noch keine 10 Jahre bestehe. In einer außerordentlichen Sitzung der Geselligen Vereine wurde
dann aber die Zustimmung erteilt. Im gleichen Jahr wird Jean Wallendorf zum Präsidenten gewählt. Bei der gemeinsamen
Kirmesfeier 1914 ist die St.Petrus-Gilde Festgebender Verein. Ihr Präsident und Schützenkönig Jean Wallendorf trägt dabei
die Festkette.
Infolge des 1.Weltkrieges sind ab Mitte des Jahres 1914 keine Niederschriften mehr gefertigt worden.
Am 25.Januar 1920 findet die erste Versammlung im Vereinslokal, Hubert Jansen (Zum weißen Hirsch) Marktstraße, nach
dem Krieg statt. Die Leitung übernimmt Vizepräsident Gerhard van Bühren. Dieser wird dann auch im gleichen Jahr zum
Präsidenten gewählt.
Da ein öffentliches Auftreten der Gilden von den Besatzungsmächten verboten war, wurde das Preis-u.Königsschießen per
Luftgewehr im Vereinslokal abgehalten.
Am 12.Februar 1927 wird der Präsident und Festkettenträger von 1914, Jean Wallendorf, der am 07.Juli 1916 in Frankreich
gefallen war, nach Kevelaer überführt. Unter Teilnahme aller Vereine Kevelaers und den Abordnungen, die dem Bund der
Historischen Bruderschaften des Kreises Geldern angehören, wird er auf dem hiesigen Friedhof beigesetzt.
Im Jubeljahr 1932 ist die St.Petrus Gilde zum zweitenmal in ihrer Vereinsgeschichte Festgebender Verein. Die Festkette trägt
in diesem Jahr der Jubelkönig Peter van de Kamp. 1934 übernimmt Johann van Bühren als Präsident die Führung der Peterei.
Während des 2.Weltkriegs wurden zwar keine öffentlichen Aufzüge durchgeführt, aber bis Ende 1942 wurde noch monatlich
eine
Versammlung abgehalten. Erst danach ruhte für vier Jahre das Vereinsgeschehen.
Am 27.10.1946 fand unter der Leitung des Präsidenten Johann van Bühren die erste Monatsversammlung nach dem Krieg
statt.
Da das alte Vereinslokal durch Kriegseinwirkung zerstört war, fand die Peterei, sie nannte sich jetzt St.Petrus-Schützen-
bruderschaft, im Ratskeller (De Klütt) ihr neues Zuhause.
Nachdem Peter Simmes 10 Jahre lang die Königswürde getragen hatte, fand am 18.04.1948 das erste Preis-u.Königs-
schiessen nach dem 2.Weltkrieg statt. Da das Schießen mit Feuerwaffen verboten war, wurde mit der Armbrust geschossen.
Hierbei konnte Johann Simmes die Königswürde erringen.
Im 50 jährigem Jubeljahr 1957 stellte die Peterei zum 3.mal mit Matthias Simmes den Festkettenträger der Stadt Kevelaer.
Am 14.12.1958 legt Johann van Bühren nach fast 25 jähriger Amtszeit sein Präsidentenamt nieder. Zu seinem Nachfolger
wurde Hans Wehren gewählt.
1974 wird die Peterei zum 4. Mal Festgebender Verein. Die Festkette trägt dieses mal Präsident Hans Wehren. Zu seinem
Adjutanten ernannte er Matthias Stammen. Nach dem Tod von Hans Wehren im Jahre 1983 wird Heinrich Simmes zum
Präsidenten gewählt.
Da unser Vereinslokal De Klütt, wo wir uns über 30 Jahre wie Zuhause gefühlt hatten 1978 wegen Umbauten zu klein wurde,
bezogen wir im Januar 1979 unser neues Vereinslokal „Drei Könige“. Im Jahr 1982 feierte die Peterei ihr 75 jähriges
Jubelfest. Aus diesem Anlaß stellte sie als Festgebender Verein mit Heinrich Simmes den Festkettenträger nebst
seinem Adjutanten Leo Cleven.
Im Dezember 1986 wurde auch unser Vereinslokal Drei Könige, durch Umbauarbeiten bedingt zu klein. Wir wechselten
nun zum Lokal unseres Schützenbruders Karl Delbeck, zum „Handelshof“, wo wir immer bestens bewirtet wurden.
Auf der Generalversammlung 1988 stellte Heinrich Simmes das Amt des Präsidenten aus gesundheitlichen Gründen
zur Verfügung. Hier wurde dann unser jetziger Präsident Karl Delbeck gewählt.
Im Sommer 1992 stand ein weiterer Wechsel des Vereinslokal an. Aus verschiedenen Gründen (Wechsel des Wirtes,
mangelnder Platz) ging man auf die Suche nach ein Vereinslokal, das auch für längere Zeit den Ansprüchen der Gilde
Rechnung trug. Nach vielen Diskussionen entschied man sich für das erst vor kurzem umgebaute und erweiterte Lokal
„Gelder Dyck“ unter der Leitung von Bettina Jahnke. Hier fand dann am 03.Oktober ’92 die erste Versammlung statt.
1996 stellt die Peterei mit Hubert Simmes den 6.Festkettenträger. Zu seinem Adjutanten ernannte er Gerd Zwiener.
Wegen Differenzen mit unserer Vereinswirtin wechselten wir unser Vereinslokal. Im Gasthof "Jacobs" sind wir bei
unserem Vereinswirt Volker seit der Dezemberversammlung 2004 bestens aufgehoben.
2007 stellt die Peterei mit Karl Delbeck den 7.Festkettenträger. Zu seinem Adjutanten ernannte er Bernd Tenhagen. Nach
dem "Festgebenden Jahr" wechselte auch die Führung der Gilde. Karl Delbeck übergab sein Amt an seinen langjährigen
Vize Heinz van Bühren, der ab der Generalversammlung 2008 die Geschicke des Vereins leitet.